Côte Chalonnaise - Weinbaugebiet

Das Wein-Anbaugebiet Côte-Chalonnaise ist ein Weinbaugebiet westlich der Stadt Chalon-sur-Saône in Frankreich. Weine der Côte Chalonnaise im Département Saône-et-Loire in der Region Burgund in Frankreich sind überwiegend Rotweine, aber auch Schaumweine, so genannte Crémants.
Die Côte Chalonnaise mit etwa 2400 ha Wein-Anbaufläche grenzt bei Chagny südlich an die Côte de Beaune. Die Weinlagen der Côte Chalonnaise erstrecken sich über 35 km Länge bis nach Montagny-lès-Buxy, wo das Weinbaugebiet Mâconnais beginnt. Die Rebfläche der Côte-Chalonnaise-Region umfasst 44 Gemeinden, von denen Bouzeron, Rully, Mercurey, Givry und Montagny über eigene Appellationen verfügen. Weinorte der Côte Chalonnaise sind auch die Burgund-Gemeinden Chagny, Fontaines, Jambles, Poncey, Saint-Desert und Saint-Valerin. Im Jahr 1990 die subregionale Appellation „Bourgogne Côte Chalonnaise“ mit 485 ha Rebfläche definiert. Schaumwein aus der Côte Chalonnaise wird unter der Herkunftsbezeichnung „Appellation Crémant de Bourgogne“ vermarktet. Der Cremant, der hauptsächlich in Rully, wo die bedeutendsten Schaumwein-Hersteller ihren Sitz haben, hergestellt wird, hat bei Weinmessen schon mehrfach die Aufmerksamkeit des Fachpublikums erregt. Mehrere Winzer der Côte-d'Or lassen ihren Crémant ebenfalls in Rully herstellen. (siehe auch > Cremant d'Alsace)

Boden und Klima im Weinbaugebiet Côte Chalonnaise

Côte Chalonnaise wird geologisch in zwei unterschiedliche Gebieten eingeteilt. Im Norden der Côte Chalonnaise fallen die Schichten nach Osten zur Ebene der Saône ab. Südlich der Bruchzone von Saint-Désert neigen sich die geologischen Strukturen nach Westen zum Mittelgebirge des Morvan. Formationen des Jura und Trias, durchbrochen von Kalkfelsen, Sandstein und Mergel, bilden den Untergrund der Weinregion Côte Chalonnaise, dessen Oberflächen-Relief mit zahlreichen Verwerfungen von flachen Hügeln geprägt mit Osthängen im Nordteil und westwärts gerichteten Weinhängen im Süden. Im Weinland der Côte Chalonnaise herrscht ein kontinental geprägtes Klima, das mediterranen Einflüssen unterliegt. Der warme Hauch des Südens im Weingebiet Côte Chalonnaise ist umso stärker zu spüren, je weiter man sich nach Süden bewegt. Das bis 900 m hohe Morvan-Gebirge schützt die Weinberge der Côte Chalonnaise vor feuchten Westwinden.

Rebsorten und Weine in Côte Chalonnaise

75 % der jährlichen Wein-Produktion der Côte Chalonnaise sind Rotweine, überwiegend aus der Rebsorte Pinot Noir, dessen Trauben auf den braunen Kalkböden um Givry und Mercurey exzellente Reife-Bedingungen hat. Neben Pinot-Noir-Reben stehen in den Weinlagen der Côte Chalonnaise auch die Rebsorten Pinot Liébault und Gamay. Weißweine der Côte Chalonnaise werden überwiegend aus Chardonnay gekeltert, die auf den Rebflächen der Mergelböden von Rully im Norden und Montagny im Süden gedeihen. In höher gelegenen, steilen Hängen wie denen bei Bouzeron herrschen ideale Anbau-Bedingungen für Aligoté-Reben, aber auch Pinot Blanc, Pinot Gris und Melon de Bourgogne-Reben werden in Côte Chalonnaise erfolgreich angebaut und kultiviert.

Appellationen und Lagen im Weingebiet Côte Chalonnaise

Neben der Appellation Bourgogne, unter deren Herkunftsbezeichnung ein Teil der an der Côte Chalonnaise erzeugten Weine vermarktet wird, ist auch die Appellation Bourgogne Passetoutgrains als Lage der Côte Chalonnaise definiert, wo ausschliesslich Rotwein, in dem die Gamay-Traube verwendet wurde zugelassen ist. Weitere Appellationen im Gebiet der Côte Chalonnaise sind Bourgogne Côte Chalonnaise (485 ha Anbaufläche, Ertrag knapp 21.000 hl Rot- und über 7.300 hl Weißwein aus Pinot Noir und Chardonnay), Bouzeron (53 ha, fast 3000 hl Weißweine / Aligoté), Rully (335 ha, davon 81 ha Crus – Ertrag 11.500 hl Chardonnay-Weißwein und ca. 6.000 hl Rotwein / Pinot Noir), Mercurey (645 ha, 185 ha Premier Crus - + 24.000 hl Rotwein / Pinot Noir und 3.700 hl Weißweine / Chardonnay), Givry (376 ha, 66 ha Premier Crus – ca. 11.000 hl Rotwein / Pinot Noir und über 2.000 hl Weißwein / Chardonnay), Montagny (290 ha, 255 ha Premier Crus – über 17.000 hl Weißwein / Chardonnay). Im Gegensatz zur Côte d'Or gibt es an der Côte Chalonnaise keine Grand Crus.

Bourgogne Côte Chalonnaise – Teil der Côte Chalonnaise

Im Weinanbaugebiet Côte Chalonnaise wurden im Jahr 1990 knapp 500 ha besserer Lagen der Côte Chalonnaise ausgewählt, deren Weine seither die Bezeichnung „Bourgogne Côte Chalonnaise“ führen dürfen. Ziel der Weinbauern war es, eine verbesserte regionale Differenzierung der Appellation „Bourgogne“ und ihrer Wein-Qualitäten zu erlangen. Obwohl die Qualitäts-Anforderungen an Rebsatz und Reife der Trauben die gleichen wie für die Weine aus der regionalen Appellation, soll durch die abweichende Herkunftsbezeichnung für Wein dem Verbraucher der Qualitästunterschied verdeutlicht werden. Pinot Noir, Pinot Liébault und Pinot Beurot (dunkle Spielart des Pinot Gris) sind in Côte Chalonnaise als Rotweinsorten zugelassen, Weißwein hingegen muss aus Chardonnay, Pinot Blanc oder Pinot Gris gekeltert sein. Die erlaubten Ertragsmengen in Côte Chalonnaise liegen bei 60 hl/ha für Weißwein und 55 hl/ha für Rotwein. Der natürliche Alkoholgehalt der Weine aus Côte Chalonnaise muss mindestens 10° für Rot- und 10,5° für Weißwein betragen.

Geschichte des Weines in der Côte Chalonnaise

Die Stadt Chalon, später Chalon-sur-Saône und ihre Umgebung war schon zur Römerzeit Weinbaugebiet und Weinhandelsplatz zugleich. Viele tausend in der Saône gefundene Amphoren gaben Historikern Zeugnis über die Weingeschichte des Gebietes. Der Hafen von Chalon-sur-Saône, in dessen näherer Umgebung die meisten alten Weinamphoren geborgen werden konnten, spielte für den Weinhandel eine wichtige Rolle. Überlieferungen zufolge war König Heinrich IV. (1533–1610) ein großer Liebhaber der Weine aus Givry.

Wein-Wissen über Wein aus Côte Chalonnaise

In Chalon-sur-Saône gibt es ein Haus des Weines: „La Maison des Vins de la Côte Chalonnaise“. Adresse: Promenade Sainte-Marie, F-71100 Chalon-sur-Saône.
Weinverkostungen in Côte Chalonnaise: Die Weinbruderschaft „Confrérie des Vignerons de la Chanteflûte“ veranstaltet zweimal im Jahr eine Verkostung der Weine aus der Umgebung von Mercurey, die Chanteflûtage. Weine, die auf diesen öffentlichen Verkostungen besonders prämiert werden, dürfen nummerierte und mit dem Vermerk chanteflûté versehene Etiketten tragen. Die regionelae Wein-Messe „Foire des Vins“ findet jährlich Mitte August in Chagny statt und dauert mehrere Tage. Auch hier können Weinliebhaber ihren Lieblingswein aus dem Weinbaugebiet Côte Chalonnaise probieren und natürlich auch direkt kaufen.